Nächster Schritt beim Wassermanagement in der Dürrephase

Wupperverband passt Niedrigwasseraufhöhung der Wupper erneut an

Juli 2026: wenig Wasser in der Wupper-Talsperre
Juli 2026: wenig Wasser in der Wupper-Talsperre

Pressemitteilung vom 19.08.2026

Die langanhaltende Trockenphase im Wuppergebiet u.a. mit einem historisch trockenen Juli zeigt sich unter anderem an den weiter sinkenden Füllständen der Talsperren. 
Die Brauchwassertalsperren des Wupperverbands am Oberlauf der Wupper wurden unter anderem dafür gebaut, den Fluss in Trockenphasen zu unterstützen. Davon profitiert die Wupper besonders in der aktuellen Dürrephase. Mit dem Wasser aus den Talsperren konnte der Wupperverband bereits über viele Monate hinweg kontinuierlich eine Mindestwasserführung im Fluss sicherstellen.

Da der Füllstand der Wupper-Talsperre, seiner größten Brauchwassertalsperre, aktuell bei 28 Prozent liegt, setzt der Wupperverband nun den nächsten Schritt seines Wassermanagements in der Dürrephase um. 
In Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln wird beginnend ab heute die Niedrigwasseraufhöhung der Wupper erneut angepasst. Der Wupperverband gibt so viel Wasser ab, dass dann zusammen mit dem natürlichen, allerdings momentan sehr geringen Zufluss von Nebenbächen unterhalb der Wupper-Talsperre insgesamt 2.500 Liter pro Sekunde am Wuppertaler Referenzpegel Kluserbrücke fließen. 

Eine erste Anpassung der Wasserabgabe war Anfang August erfolgt. In diesem ersten Schritt hatte der Verband die Niedrigwasseraufhöhung von 3.500 Liter pro Sekunde am Pegel Kluserbrücke auf 3.000 Liter pro Sekunde reduziert.
Nun werden also weitere 500 Liter pro Sekunde eingespart.
Der Wasserstand am Pegel Kluserbrücke ist mit dann rund 16 Zentimetern um circa 5 Zentimeter niedriger als bei einer Mindestwasserführung von 3.500 Litern pro Sekunde.
Der Verband begleitet die Auswirkungen der verringerten Wasserführung mit einem engmaschigen und umfangreichen Gewässermonitoring.

Bever-Talsperre trägt nun stärker zur Stützung der Wupper bei

Außerdem bezieht der Verband nun die Bever-Talsperre, die derzeit einen höheren Füllstand als die Wupper-Talsperre hat, stärker für die wichtige Aufgabe Niedrigwasseraufhöhung ein. 
Die bislang gemäß Betriebsplan seit Monaten aus der Bever-Talsperre abgegebene Wassermenge wird leicht erhöht, um das Wuppersystem zusätzlich zu stützen. Die ökologischen Rahmenbedingungen in der Bever-Talsperre werden dabei engmaschig überwacht.

Gegenüber dem Normalbetrieb in Trockenphasen mit einer Niedrigwasseraufhöhung von 3.500 Litern pro Sekunde am Pegel Kluserbrücke wird die Wupper-Talsperre deutlich geschont. 
Durch die Reduzierung der Niedrigwasseraufhöhung werden 1.000 Liter pro Sekunde weniger aus den Talsperren abgegeben. Und durch den Zuschuss aus der Bever-Talsperre wird die Wupper-Talsperre um 1.400 Liter pro Sekunde gestützt und entlastet. 
So wird das Absinken des Wasservorrats in der Wupper-Talsperre verlangsamt.

Die aktuelle Dürre in Kombination mit hohen Temperaturen stellt für die Natur und den Wasserhaushalt in diesem Jahr eine enorme Herausforderung dar. 
Durch diese Maßnahmen der Talsperrensteuerung wird der aktuell vorhandene Wasservorrat bestmöglich gemanagt. 
Dabei hat der Wupperverband sowohl die Wupper als auch die Talsperren als Ökosysteme und Lebensraum für Gewässerorganismen im Blick. 
Für die Natur, die Gewässer und die Talsperren ist allerdings Regen dringend notwendig.
Die genannten Maßnahmen des Wupperverbands dienen dazu, die vorhandenen Wasservorräte im System der Brauchwassertalsperren für die kommenden Monate so gut es geht auszubalancieren.

Warum ist die Niedrigwasseraufhöhung wichtig?

Die Niedrigwasseraufhöhung durch die Talsperren ist eine wichtige Stütze des Ökosystems Wupper. In Trockenzeiten unterstützen die Brauchwassertalsperren – insbesondere Wupper- und Bever-Talsperre, aber auch Brucher- und Lingese-Talsperre – die Wupper mit Talsperrenwasser. Sie sorgen dafür, dass die Wupper einen Mindestwasserstand hat und nicht austrocknet. Außerdem wird mit dem Talsperrenwasser eine gute Durchmischung in der Wupper gewährleistet, in die unter anderem auch das in den Kläranlagen gereinigte Abwasser abgegeben wird. 
Als Multifunktionsbauwerke dienen die Talsperren gleichzeitig dem Hochwasserschutz.

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