Nutria

Invasives Nagetier

Nutria, Foto: Tobias Mika, BS Rheinberg
Nutria, Foto: Tobias Mika, BS Rheinberg

Steckbrief

Die Nutria gehört zu den Nagetieren und ist auch unter den Namen Biberrate oder Sumpfbiber bekannt. Häufig wird die Art mit dem Biber verwechselt, auch wenn Nutrias kleiner sind als Biber. Nutrias werden etwa 40 bis 60cm groß und haben zusätzlich einen Schwanz, der etwa 45 cm lang ist. Zu erkennen ist das Nagetier an den auffälligen orangefarbenen Schneidezähnen und einem runden, rattenähnlichen Schwanz. Das Fell ist überwiegend rötlichbraun. In der EU gelten Nutrias als invasive Art, in Deutschland sind sie weit verbreitet.

Nutrias sind tag- und nachtaktiv. Hauptsächlich sind sie Pflanzenfresser und ernähren sich von Blättern, Stängeln und Wurzeln von Wasserpflanzen, aber auch zum Beispiel von Beeren und anderen Pflanzen. Selten fressen sie auch Schnecken, Würmer und Süßwassermuscheln. Die Art hat in Deutschland keine natürlichen Fressfeinde. 

Verbreitung und Fortpflanzung

Ursprünglich stammen Nutrias aus Südamerika. Bereits seit den 1920ern wurden diese aber auch in Deutschland, zur Pelzgewinnung, gehalten. Nachdem einzelne Tiere entkamen oder freigelassen wurden, konnten im Jahr 1933 erstmals wildlebende Tiere nachgewiesen werden. Seitdem hat sich das Nagetier in ganz Deutschland massiv ausgebreitet. Nutrias leben besonders häufig in städtischen Bereichen, da es dort für sie klimatische Vorteile gibt, sie Zugang zu Futter haben und sie in der Regel dort nicht gejagt werden dürfen. Die Tiere leben hauptsächlich an Flüssen, Seen, Kanälen und Teichen. 
Da Nutrias sich ganzjährig paaren, kommt es zu einer sehr schnellen Vermehrung. In bis zu drei Würfen pro Jahr bekommt ein Weibchen durchschnittlich jeweils vier bis sechs Junge. 

Auswirkungen auf Menschen und Ökosystem

Für den Menschen selbst sind Nutrias ungefährlich. Zwar können sie in der Theorie Krankheiten übertragen, die Gefahr wird aber als sehr gering eingeschätzt. Das größte Problem bei der Verbreitung von Nutrias ist deren Grabeverhalten. Die Tiere graben Höhlen in Ufer, Deiche, Böschungen und Beete. Diese Hohlräume sind von außen häufig nicht sichtbar, sie können aber dafür sorgen, dass Böschungen absacken, Wege einbrechen oder Wasser in Deiche dringt. So kann der Hochwasserschutz an Flüssen gefährdet werden und zusätzlich hohe Kosten entstehen. Im Wuppergebiet hat der Bestand der Nutrias bisher glücklicherweise noch keinen Schaden an Talsperren oder Anlagen angerichtet, dies wird aber weiter beobachtet. 

Da Nutrias allerdings insbesondere Wasserpflanzen fressen und teilweise ganze Flussläufe schilffrei fressen, entsteht ein Problem für das Ökosystem. Denn genau diese Wasserpflanzen sind Lebensraum von Insekten, Amphibien, Fischen und Vögeln. Durch die Verringerung der Ufervegetation verschwinden also wichtige Lebensräume für diese Tierarten. 
Insgesamt sind die negativen Auswirkungen von Nutrias allerdings als geringer einzustufen als bei anderen invasiven Arten. Zudem ist der Bestand mittlerweile  zu groß, um Nutrias wieder vollständig aus dem Ökosystem zu entfernen. Trotzdem gibt es einige Maßnahmen, die zumindest eine weitere Ausbreitung vermindern können.   

Maßnahmen 

Bürgerinnen und Bürger können einige Maßnahmen ergreifen, um Nutrias fernzuhalten, beziehungsweise um sich vor diesen zu schützen. Hundebesitzer sollten dafür sorgen, dass die Hunde den Tieren nicht zu nahekommen, da diese sich sonst angegriffen fühlen können und zubeißen. Insbesondere in Gebieten mit bekannten Nutria-Vorkommen und an Gewässern sollten die Hunde angeleint sein. 
Nutrias sollten zudem nicht gefüttert werden, auch nicht, wenn diese im eigenen Garten vorkommen, da das die Vermehrung fördert. Gartenbesitzer sollten offene Komposthaufen, herumliegende Essensreste oder Futterschalen, leicht zugängliche Gemüsebeete und ungesicherte Teichufer mit dichter Ufervegetation vermeiden.
 

expand_less
VOILA_REP_ID=C1257817:0030CCD3